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BUDKOWSKIJ muckt auf

DEUTSCHE WERFT

"Haltet die Hunde an der Leine!" singt Roman mit tiefer Stimme, die Gitarre in der Hand auf einem Stuhl. Er hat eine Fellmütze auf mit Schlappohren dran. Seine Erscheinung hat aber nichts mit einem ängstlichen Hündchen gemein, es ist der gereizte Köter in seinem Zwinger, der darauf wartet seinem Peiniger an die Kehle zu springen. Helmet am Kontrabass schiebt das Lied gnadenlos nach vorne, exzellent unterstützt durch das melodische Gitarrenspiel von Aleksey Tsiplakov aus Moskau. "Man kann nicht gut herrschen..." erhebt Roman seine Stimme "...wenn es niemand zu beherrschen gibt!" und man ist sofort gepackt von diesen alten Hunden, man lässt sich berauschen von dieser Brechtschen Atmosphäre und kriegt Lust auf mehr. Und es kommt mehr. Da kommt Roman mit Zigarre und seidenem Schal auf die Bühne, macht den Finanzhai und stimmt das Lied "wir Bandido" an, das mit dem Resümee schließt: Erst kommt der Milliardenprofit und dann scheiß auf die Moral. Budkowskij provozieren und polarisieren, so soll Kabarett sein. Durch die fantastische musikalische Inszenierung behält dieser Auftritt stets seinen Konzertcharakter. Sehr raffiniert vereinen die drei hartes deutsches Protestgut mit russischer Seele. Sehnsucht. Schwermut. Der gern wiederkehrende russische Beat geht rein im Einklang mit dem Herzschlag des Zuschauers und verleiht dem Ausdruck noch mehr Kraft. Im Unterhemd steht da plötzlich "Sergej aus Belm" im Licht und sagt die wahre Wahrheit über Integration. Dann das gespielte Märchen vom grünen Hüpfer, der von einer fiesen schwarzen Krähe bedroht wird, anschließend wettert ein Unternehmer gegen das Finanzamt. Mensch Meier, Budkowskij muckt auf.

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BUDKOWSKIJ - Die alternative russische Seele singt deutsch

Haltet die Hunde an der Leine

Die russischen Matrosen, die sich der schrägen Unterhaltung verschrieben haben, kommen diesmal als russischer Barde voll deutsch daher. Nach “Russo Matroso” und “Wir Bandido” werden Bud Kowskij mit ihrem neuen Programm “Haltet die Hunde an der Leine” garantiert wieder Eindruck hinterlassen. Ehrlich direkt nimmt Roman sich die Welt der Obrigkeit zur Brust. Er spart nicht mit Spitzen gegen Bonzen und Bürokraten, lässt jedoch nie den unterhaltenden Charakter seiner Show untergehen. Eine schräge Mischung aus Chanson, Agitprop und Folklore, die Bud Kowskij bieten.
Der Gitarrist Aleksej Tsiplakov, ein waschechter Moskowiter hat dieses Mal sogar noch den Pianisten Anton Berlev im Gepäck. Ein unwiderstehlicher russischer Polkabeat sorgt ganz einfühlsam dafür dass die alternative russische Seele angemessen Ausdruck findet.

Wir Bandido

Es ist Musik, es ist Kabarett, es ist Theater, es ist Kunst. Bud Kowskij eben. Die feinen Herren Vorstandsvorsitzende begeben sich ins Haifischbecken und machen eine Sause mit den russischen Matrosen. Genau so und nicht anders muss man sich diesen Bud Kowskij Abend vorstellen. Mit viel Scharfsinn, Biss und Humor treten drei Osnabrücker und ein Gitarrist aus Moskau der Welt des Kapitals ordentlich in den Hintern.
Auf der Suche nach dem Bösen wühlt Roman (Texter und Frontmann) in der biblischen Schöpfung der Menschheit herum, denn schließlich habe Gott die Sünde selbst erfunden, was er aber findet führt zu einer allgemein herrschenden großen Verwirrung. Ironie auf höchster Ebene.
Schonungslos böse karikiert Roman den gierigen Manager, der die Armut allein auf die Dummheit der Armen zurückführt.
Der “Plustütenpenner” konsumiert mit Gewinn, der Appell zur Rettung der Wale verbirgt einen Aufruf zum Aufstand und steht als Allegorie für den Traum von einer besseren Welt.
Und zwischen alledem bleibt immer noch Raum für entspannte Komik, russisch Feiern und Tango.
Musikalisch meisterhaft in Szene gesetzt, wird dieses Konzert zu einem Erlebnis. Martin Schmeing am Klavier und Akkordeon, Andreas Müller am Bass und ein virtuoser Russe an der Gitarre namens Aleksej Tsiplakov geben den starken Texten den richtigen drive. Ein Konzerterlebnis also mit Inhalt, großartiger Musik und hohem Unterhaltungswert. Ein Kracher.

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Das aktuelle Demo - Russo Matroso

Dass für dieses Album und die Konzerte extra ein Musiker aus Moskau eingeflogen werden musste, liegt nicht allein daran, dass zwischen dem Texter und Frontmann Roman Partikewitsch und dem russischen Gitarristen Aleksej Tsiplakow eine langjährige Freundschaft besteht, es sollte auch ein echtes russisches Gefühl mit eingebracht werden. Was auch wunderbar gelungen ist. Dennoch handelt es sich bei der ersten Vertonung nicht um ein russisches Werk. Die humorvollen bis tiefsinnigen Texte von Roman sind von deutscher Sprachkraft geprägt, eine deutliche Musikrichtung ist nicht festzulegen, sie variiert von Lied zu Lied. Ein starkes Klavier gespielt von Pete Budden setzt die Grundbegleitung, die Gitarren von Tsiplakow sorgen für zusätzliche Virtuosität und russische Seele und die Fähigkeiten des Tonmeisters Martin Schmeing machen die Sache rund. So ist ein schönes und kunstvolles Werk entstanden, dass Freude macht und nie langweilig wird.

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